Peelings für eine strahlende Haut

Peelings für eine strahlende Haut

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Peelings für eine strahlende Haut

Der Begriff Peeling kommt vom englischen Wort „to peel“ und meint abschälen oder auch ablösen. Im Zusammenhang mit Peelings fällt auch häufig der Begriff „Exfoliation“ oder ...

Der Begriff Peeling kommt vom englischen Wort „to peel“ und meint abschälen oder auch ablösen. Im Zusammenhang mit Peelings fällt auch häufig der Begriff „Exfoliation“ oder „exfolieren“, damit ist jedoch grundsätzlich auch abtragen/peelen gemeint.

In der kosmetischen Behandlung erfolgt ein Peeling nach der Reinigung und befreit die Haut von abgestorbenen Hautschüppchen. Dadurch wird die Haut optimal auf die nachfolgenden Behandlungsschritte vorbereitet. Hornschüppchen liegen auf der obersten Hautschicht und können für einen Grauschleier und Schuppungen sowie Unebenheiten verantwortlich sein. Liegt sogar eine ausgeprägte Hyperkeratose vor, kann man die Verhornungen als raue unebenmäßige Stellen fühlen. Viele Kunden wünschen sich eine ebenmäßigere Haut und dafür sind Peelings eine tolle Behandlungsoption.

Peelings mit Power

Aber Peelings können noch so viel mehr: Je nach Art des Peelings, dessen Inhaltsstoffe und der Eindringstiefe können Fältchen und Falten, Hyperpigmentationen, UV-bedingte Hautschäden, verschiedene Akne-Formen und sogar Narben behandelt werden. Ein wichtiger Punkt ist die Tatsache, dass durch Peelings die Zellerneuerung in der Epidermis stimuliert wird.

Einige Präparate wirken sich auch positiv auf die Kollagenfasern aus und können UV-bedingte Hautschädenreparieren. Die früher oftmals langweiligen Peelings haben sich regelrecht gemausert und mittlerweile gibt es ein breites Angebot an unterschiedlichen Präparaten, die sehr überzeugende Ergebnisse liefern können.

Mechanische Peelings

Diese Gruppe umfasst alle Peelings, die durch „Reibung“ und Schleifkörper die Abtragung bewirken. Diese Präparate in Form von Pasten, Cremes oder Gelen – auch mit Schaumbildung – sind ein klassisches Heimpflegeprodukt.

Die Schleifkörper können natürlicher Herkunft sein, wie etwa Aprikosenkerne (meist etwas scharfkantig) oder synthetisch, wie etwa Jojobabeads (rund). Leider gibt es auch Schleifkörper aus Mikroplastik, was für die Umwelt eher schlecht ist. Aber auch die Mikrodermabrasion als apparatives Peeling ist bei den mechanischen Peelings einzuordnen. Hier unterscheidet man verschiedene Systeme. Am verbreitetsten sind die Diamantmikrodermabrasion und die Mikrodermabrasion mit Kristallen.

Enzymatische Peelings

In Enzympeelings finden wir Enzyme (Fermente), die die abgestorbenen Hautschüppchen spalten. Generell sind Enzyme als Biokatalysatoren zu verstehen, die aktiv an Stoffwechselprozessen beteiligt sind. Bekannte Enzyme sind der Kosmetik sind: Bromelain – ein Enzym aus der Ananas, sowie Papain – ein Enzym aus der noch grünen Schale und den Kernen der Papaya.

Als fertige Maske oder zum Anrühren als Pulver, teilweise mit Aktivator, benötigen einige Enzympeelings unbedingt die Wärme und Feuchtigkeit des Vapozons, um optimal reagieren zu können.

Generell sind Enzympeelings sehr wirkungsvoll und, da sie auf mechanische Reizung der Haut verzichten, sind sie auch gut bei empfindlicher oder entzündlicher Haut einsetzbar.

 

Peelings können die folgenden Wirkungen haben:

  • anregend
  • feuchtigkeitsspendend
  • durchblutungsfördernd
  • glättend
  • regenerierend
  • keratolytisch

Chemische Peelings

Diese Peelings liegen oftmals in flüssiger Form vor, aber auch Gele und Masken sind möglich. Die Peelingwirkung wird hier meist durch Säuren erreicht. Dabei kommen folgende Säuren zum Einsatz:

  • Fruchtsäuren
  • Glykolsäure – Hydroxycarbonsäure
  • AHA – Alpha Hydroxy Acid
  • Salicylsäure – o-Hydroxybenzoesäure
  • Milchsäure – Hydroxycarbonsäure, linksdrehende und rechtsdrehende Varianten; die Säure wird fermentativ, also enzymatisch hergestellt
  • Weinsäure – Hydroxycarbonsäure
    Generell vermindern Fruchtsäuren den Zusammenhalt der Keratinozyten, dadurch lösen sich diese nun leichter ab. Es kommt dadurch auch zu einer Abnahme der Dicke des Stratum corneum und gleichzeitig zur Zunahme der lebenden Zellen in der Epidermis. In der Dermis wird die Neubildung kollagener und elastiner Fasern angeregt.

Bei den chemischen Peelings spielt neben der Konzentration (Angabe in Prozent) insbesondere der pH-Wert eine entscheidende Rolle. Der Neutralpunkt liegt bei 7, alles darunter ist sauer, alles darüber ist alkalisch (Base). Eine gesunde Haut mit intaktem Säureschutzmantel weist einen pH-Wert von 5,4–5,9 auf.

Interessant sind also Peelings, deren pH-Wert noch deutlich darunter liegt. Lösungen mit einem pH-Wert von 1,5–3,5 sind sehr gut geeignet. Gerade der Bereich der chemischen Peelings ist in der heutigen Kosmetik nicht mehr wegzudenken.

Tipp: Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und Indikationsstellungen sollte man immer verschiedene chemische Peelings zur Auswahl haben, um ganz gezielt auf den jeweiligen Hautzustand des Kunden eingehen zu können.

Chemisch & enzymatisch

Besonders effektiv und vielseitig sind auch Peelings, die sowohl enzymatisch als auch chemisch wirken. Bei Hautbildern, die sich nicht für ein mechanisches Peeling eigenen, sind sie das Mittel der Wahl. Dazu gehören neben den entzündlichen Formen der Akne auch die Rosacea oder auch die empfindliche Haut. Besonders bei den beiden Letzteren ist jedoch Vorsicht geboten und nur ein erfahrener Behandler, der seine Produkte genau kennt, sollte hier mit so wirkungsvollen Peelings arbeiten.

Lagenpeelings

Eine weitere spannende Behandlungsmöglichkeit bieten die sogenannten Lagenpeelings. Hierbei werden mehrere Peelingschritte nacheinander durchgeführt. So kann z.B. enzymatisch vorgepeelt werden, danach kann Glykolsäure zum Einsatz kommen und im Anschluss noch Milchsäure. Denkbar sind auch andere Kombinationen, wie etwa ein mechanisches Vorpeeling und danach ein chemisches Peeling. 

Mit ausgeklügelten Peelingkombinationen und anschließender Wirkstoffpower können sehr eindrucksvolle Hautveränderungen erzielt werden. Wichtig ist hierbei jedoch, nicht gleich mit den Lagen- oder auch Mehrfachpeelings zu starten sondern die Haut des Kunden erstmal kennenzulernen und entsprechend auf eine solch intensive Behandlung vorzubereiten.

Medizinische Peelings

Bei den medizinischen Peelings kommt es im Gegensatz zu denen im Kosmetikinstitut meist zu einer sehr deutlichen Hauterneuerung, sprich Abschuppung. Diese Anwendungen können mitunter schmerzhaft sein und gehören in die Hände des Arztes. Hier wird mit sehr hoch konzentrierten Säuren und verschiedenen Säurekombinationen gearbeitet. Beim Dermatologen kommt hier im Bereich der sogenannten mitteltiefen Peelings auch oftmals die Trichloressigsäure (TCA) zum Einsatz. Dabei ist das sog. „Frosting“ zu beobachten, die Haut sieht während des Peelings an einigen Stellen weißlich aus, wie gefroren. Das ist ein Anzeichen dafür, dass das Peeling die Proteine in der Oberhaut zerstört hat (Denaturierung) und diese nun weißlich ausflocken. Es kann die Gefahr von nachfolgenden Hyperpigmentationen bestehen, daher ist eine gute Beurteilung der Haut und auch eine gründliche Aufklärung für den Erfolg ebenso wichtig wie die entsprechende Nachsorge und der konsequente Verzicht auf die Sonne. 

Nach dem Peeling Sonne meiden

Generell sind Peelingbehandlungen in Kombination mit Sonne ein absolutes No-Go. Stellen Sie unbedingt sicher, dass der Kunde einen entsprechenen UV-Schutz verwendet. Es ist bei Peelingbehandlungen durchaus normal, dass die Kundin ein leichtes Kribbeln bis hin zu einem Brennen auf der Haut spürt. Auch Rötungen, meist aufgrund erhöhter kapillarer Durchblutung sind eine durchaus übliche Reaktion, besonders bei einer etwas empfindlicheren Haut. Doch wenn Sie eine Behandlung durchführen wollen, die ein sichtbares Ergebnis bringen soll, darf auf der Haut auch ruhig mal etwas passieren. Präparate für den Notfall sind hier neben Natriumhydrogencarbonat (Natron) zum Neutralisieren bei überschießender Reaktion auch immer kühle und weiche Kompressen sowie beruhigende Präparate wie etwa Aloe Vera.

Worauf Sie beim Einsatz von Enzympeelings unbedingt achten sollten:

  • Wichtig ist gerade Fortbildung, denn ohne das nötige Hintergrundwissen können hier auch unerwünschte Reaktionen auftreten.
  • Es ist auf einen guten Schutz der Augen zu achten.
  • Die Wirkung des Peelings muss die ganze Einwirkzeit über genauestens überwacht werden. Tritt eine zu heftige Reaktion auf, sollte mit kühlem Wasser und ggf. einem entsprechenden Neutralisator Abhilfe geschaffen werden.
 Von: Susanne Pfau

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